color correction

Stefan Lux, Michael Part

color correction – Ausstellungsansicht. Foto: Stefan Lux

Stefan Lux und Michael Part gehen in der raumgreifenden, objekthaften sowie medialen Installation color correction dem Verhältnis von Original und Reproduktion nach, indem sie sowohl den Herstellungs- als auch den Rezeptionsprozess von Medien in ihren Fokus nehmen und diesen ineinander verschränkt visualisieren.

Stefan Lux verhandelt in seinen Arbeiten häufig Abweichungen im Informationstransfer zwischen analogen und digitalen Medien, während Michael Part sich vorrangig mit analoger Fotografie und den ihr zugrunde liegenden physikalisch-optischen und chemischen Prozessen beschäftigt. Gemeinsam ist beiden Künstlern, dass sie mediale Eigenschaften experimentell ausloten und den Moment des „Ungesteuerten“ gezielt in ihre künstlerische Produktion integrieren.

Aus einer Auseinandersetzung mit dem Silberbergwerk in Schwaz in Tirol entstand Michael Parts Objekt untitled, eine nicht fotografische Arbeit mit einem fotografischen Kontext. Schwaz war im Spätmittelalter das größte Silberbergwerk der Welt. Neben Silber wurde auch grüner Malachit abgebaut, ein Mineral und visueller Indikator für Silbervorkommen. Einerseits behandelt das von Part in Gelatine fixierte Malachitoxalat den Abbau von Malachit im Silberbergwerk Schwaz, andererseits steht es in Kontrast zu Silbergelatine, welche in der analogen Fotografie zum Vervielfältigen genutzt wird. Der leicht fluoriszierende Grünton der Gelatineplatten ist aufgrund seiner geringen Lichtechheit dem langsamen, unkontrollierbaren Prozess der Auflösung unterworfen.

Beim fotografieren der Arbeit untitled stellte Stefan Lux fest, dass eine farbtreue Reproduktion von Malachitoxalat nicht möglich ist, da sich wahrscheinlich aus physikalischen Gründen, farbliche Differenzen zum Original ergeben. Das Grün der Gläser wird auf den Fotografien als Blauwert abgebildet. Somit spiegelt die Reproduktion nicht das Original wieder, der Farbton muss digital am Computer neu generiert werden um den Vergleichswert nicht zu verlieren. Es stellt sich die Frage nach der Reproduzierbarkeit von Originalen.

Stefan Lux’ Video tiff bildet eine Fortführung und künstlerisch autonome Abbildung von Michael Parts untitled. Die fehlerhaften Abbildungen werden mit den in einer Raumflucht montierten Malachitoxalat-Gelatine-Platten überlagert. Durch die Projektion des Videos tiff vermischen sich die neu entstandenen Farbwerte der Abbildung mit denen des zugrunde liegenden Originals. untitled kann so in Kombination mit seiner eigenen Reproduktion neue Farbwerte generieren und erzeugt weitere Bildrealitäten im Ausstellungsraum.

In der Tradition von Kunstwerken, welche verschiedenartige Erscheinungsformen von Gegenständen verhandeln, stellen Stefan Lux und Michael Part diese Auseinandersetzung in ihrer Ausstellung color correction auf eine weitere Ebene. Die Eigendynamik von Abweichungen im Informationstransfer wird aufgezeigt und negiert letztlich den Begriff der Reproduktion, an dessen Stelle nun der Begriff einer ergebnisoffenen Entwicklung tritt.

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