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Quasi dasselbe...? Diskurse mit poetischer Funktion

26.03.2010 - 08.05.2010

Maria Anwander, Anna Artaker, Ruben Aubrecht, Michael Kargl – aka carlos katastrofsky, Ralo Mayer, Barbara Musil & Karo Szmit, Lisa Rastl, Arnold Reinthaler, Johanna Tinzl & Stefan Flunger
Kuratiert von Birgit Rinagl & Franz Thalmair, CONT3XT.NET



„...bis an die Grenze zur gelungenen Nachdichtung, die so genial ist, daß man vom quasi selben zu etwas anderem übergeht, zu etwas Neuem, das dem Original nur noch gleichsam moralisch verpflichtet ist.“ (Umberto Eco)
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Raumansicht
Varianten und Versionen sind zentrale Bestandteile einer globalisierten und immer schnelllebigeren Alltagskultur. Produkte und Dienstleistungen – insbesondere aus dem Bereich der Informationstechnik – werden bereits kurz nach ihrer Einführung weiter ausgebaut, umformuliert, raffiniert und schließlich für unterschiedliche Märkte versioniert. Die Funktion und Beschaffenheit von Waren wird laufend an die Bedürfnisse der KonsumentInnen angepasst, was dazu führt, dass ein die Welt umspannendes ökonomisches Netzwerk immer mehr Remakes, Reproduktionen, aber auch Imitationen und unautorisierte Fakes ausstößt – Interpretationen?

Im Hinblick auf die Entwicklung solcher marktwirtschaftlicher Tendenzen spürt die Ausstellung Quasi dasselbe...? Diskurse mit poetischer Funktion Strategien einer „kulturellen Versionierung“ im Sinne der Interpretation nach. Gezeigt werden neun österreichische Positionen zeitgenössischer konzeptueller Kunst, die als Zweit-, Dritt- oder Mehrfachverwertungen bereits bestehender „kultureller Texte“ [1] auf alltägliche Handlungen, gesellschaftspolitische Gepflogenheiten und/oder soziale Beziehungen rekurrieren und diese kritisch beleuchten. An der Schnittstelle von Literatur und bildender Kunst und im Kontext von Geschichtsschreibung, Institutionskritik und (In-)Transparenz öffentlicher Strukturen sind die vornehmlich sprachbasierten Kunstwerke in ein wechselseitiges System aus „Medien kultureller Selbstauslegung“ [2] eingebunden, deren autoreflexives Moment – als formale Bedingung künstlerischer Produktion – im Mittelpunkt steht.

Ausgehend von der ästhetischen Wirkung selbstreferenzieller künstlerischer Betätigungsfelder, orientiert sich die Ausstellung am philologisch-linguistischen Konzept der „poetischen Funktion“ [3] von Sprache. Bezieht sich in diesem strukturalistischen Verständnis die Sprache nicht länger auf Gegenstände einer außersprachlichen Wirklichkeit, sondern auf die Elemente und Kategorien der Sprache selbst, so gehen die präsentierten Kunstwerke jedoch einen Schritt darüber hinaus. Zweckfreiheit, Autoreflexion und poetische Autonomie werden mit dem Kontext außersprachlicher Diskurse und somit Themenfeldern wie Medien- und Kunstwissen, vermeintliche Demokratisierungstendenzen, virtualisierte soziale Beziehungen, Marketingstrategien innerhalb des Kunstbetriebs, die Konstruktion literarischer Formen und Alltagsriten, konfrontiert. Im Einkehrhalten und Sinnieren über die eigenen Seinsbedingungen verweisen die Kunstwerke gleichermaßen auf sich selbst wie über sich selbst hinaus und die zum Sachverhalt erhobenen Interpretationsprozesse gliedern sich schließlich in jene gesellschaftspolitischen Diskurse wieder ein, denen sie auch entspringen.

In Anlehnung an Roman Jakobsons Unterteilung in zwischensprachliche, innersprachliche und intersemiotische Formen der Interpretation [4], können in der Ausstellung unterschiedliche künstlerische Strategien ausgemacht werden. Dazu zählen unter anderem die Überführung kultureller Produkte von ihren ursprünglichen in gänzlich neue Formen der Repräsentation, Methoden der Umformulierung im Sinne von Reproduktionen, die das „Original“ noch erkennen lassen sowie Zeichentransfers innerhalb unterschiedlicher semiotischer Systeme. Im Hinblick auf die Methoden einer „kontextualisierenden Interpretation“ [5], die als kritische Anmerkung und Kommentar zum „Ursprungstext“ gelesen werden kann, untersucht die Ausstellung Quasi dasselbe...? Diskurse mit poetischer Funktion Entwicklungen, die schließlich zu einer „kulturellen Versionierung“ beitragen. Ausgangstexte gehen dabei in gänzlich neuen Varianten auf, es entstehen wiederum Originale, buchstäbliche Texte werden mit Hilfe kultureller Texte gedeutet und umgekehrt – es wird schließlich quasi dasselbe mit anderen Worten gesagt.[...]

Birgit Rinagl, Franz Thalmair



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[1] vgl., Bachmann-Medick, Doris: Cultural Turns: Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften, Rowohlt: Berlin, 2006
[2] ebd., S. 82
[3] Jakobson, Roman: Linguistik und Poetik, in: Ihwe, Jens (Hg.): Literaturwissenschaft und Linguistik. Ergebnisse und Perspektiven, Fischer: Frankfurt am Main, 1971, S. 142-178, zit. nach Arnold, Heinz Ludwig und Detering, Heinrich (Hg.): Grundzüge der Literaturwissenschaft, dtv: München, 2005 (7. Auflage)
[4] vgl., Eco, Umberto: Quasi dasselbe mit anderen Worten. Über das Übersetzen, Hanser: München/Wien, 2006, S. 267f
[5] Bachmann-Medick, Doris: Cultural Turns: Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften, Rowohlt: Berlin, 2006, S. 67


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KünstlerInnen Werkbeschreibungen

Maria Anwander
My Most Favourite Art (2004-2010)
72 Titelschilder, Größe variabel


Es sind viele Kunstwerke, die Faszination auf Maria Anwander ausüben, Kunstwerke etwa von Monica Bonvicini, Felix Gonzalez-Torres, Thomas Demand, Ruben Aubrecht, Teresa Margolles und von vielen anderen, die die Künstlerin auf ihrem bisherigen Karriereweg begleitet haben. Für die 72-teilige Wandinstallation My Most Favourite Art (2004-2010) hat sie über einen Zeitraum von mehreren Jahren Titelschilder aus internationalen Museen, Kunstvereinen und Galerien gesammelt. Die auf unerlaubtem Weg abmontierten – den Kunstinstitutionen geklauten! – Wandtafeln präsentiert die Künstlerin als Souvenirs, als Enzyklopädie ihrer Vorlieben und schließlich als eigenes Kunstwerk wieder im Ausstellungsraum. BetrachterInnen sind gefordert, über Werktitel, Entstehungsjahr, technische Angaben sowie Bildcredits und Logos von Institutionen ihren Gedankenbildern freien Lauf zu lassen und sich die Kunstwerke unter Zuhilfenahme ihres eigenen Entstehungskontextes vorzustellen. Die persönliche Sammlung sprachlicher Repräsentanten bildender Kunst lässt sich letztlich auch als Inspirationsquelle Maria Anwanders Künstlerinnenbiografie interpretieren.
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Maria Anwander, My Most Favourite Art, 2004-2010
Anna Artaker
Personenalphabet (A Portrait of the Artist as an Alphabet) (2008)
32 schwarz/weiß Kopien, A3


Andy Warhol, Alfred Hitchcock und Anne Frank stehen für A, Romy Schneider für R und Susan Sontag für S. Anna Artakers Personenalphabet (A Portrait of the Artist as an Alphabet) (2008) besteht aus dem Arrangement von 32 Porträtfotos von Personen, die durch die Medien aus dem kulturellen und politischen öffentlichen Leben bekannt sind. Auf den ersten Blick wirkt die Aneinanderreihung assoziativ – können LeserInnen jedoch die jeweiligen Personen namentlich identifizieren und die Initialen ihrer Vornamen miteinander kombinieren, ergeben sich aus der Reihe von Porträts einzelne Wörter und letztlich ein ganzer Satz. Die Lesbarkeit der Bildfolge als achtteilige Wortfolge „A Portrait of the Artist as an Alphabet“ wird zu einer Frage des gemeinsamen Personengedächtnisses und Medienwissens der Autorin des Werks und von seinen BetrachterInnen. Je größer die Überschneidungen, umso erfolgreicher die Interpretation der einzelnen Zeichen – umso erfolgreicher auch die Rekonstruktion des Personenalphabets als Selbstporträt der Künstlerin.
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Anna Artaker, Personenalphabet, 2008
Ruben Aubrecht

Buch, 253 Seiten (207 x 139 x 15 mm), Auflage von 12 Stk.


Seite für Seite typografische Sonder- und Interpunktionszeichen, Datumsangaben und hin und wieder konkrete Hinweise wie etwa auf das Betriebssystem Mac OSX. Bei Ruben Aubrechts 253 Seiten starken Künstlerbuch a picture (2004) lässt sich nur schwer an Fotografie denken. Und dennoch, hat der Künstler ein nicht näher bestimmtes digitales Foto – ein Bild wie der Titel der Arbeit zugleich definiert und offen lässt – in seine Informationsbestandteile zerlegt. Der Quelltext, der in der Regel von Computern zuerst transkribiert werden muss, um digitale Daten für BenutzerInnen brauchbar zu machen, ist linear aufgeschlüsselt und verspricht auf den ersten flüchtigen Blick eine vermeintlich narrative Anordnung. Das ursprüngliche Bild entzieht sich der Wahrnehmung durch seine BetrachterInnen zugunsten eines Textes, der jedoch genauso wenig gelesen und interpretiert werden kann wie das Bild. Ohne digitale Verarbeitung ist er wiederum nur als visuelle Einheit, als Bild, wahrnehmbar: Buchstabe für Buchstabe, geometrische Form für geometrische Form, Zeichen für Zeichen.
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Ruben Aubrecht, a picture, 2004
Michael Kargl – aka carlos katastrofsky
semantics (2009/2010)
schwarz/weiß Kopien, A0, Visitenkarte


Buchstaben und Zahlen, Wörter und ganze Sätze werden durch ein und dasselbe Platzhalterzeichen ersetzt: Bei Michael Kargls ursprünglich Internet-basierter Arbeit semantics (2009/2010) können UserInnen über eine Eingabemaske Webadressen in ein Softwaresystem einspeisen, das die betroffenen Seiten als visualisierte Form ihrer eigenen Struktur wieder ausgibt. Sinn und Bedeutung werden scheinbar getilgt, Text wird zu Bild, Kontext zu Struktur, der Blick der BetrachterInnen richtet sich nicht länger auf die Oberfläche, sondern auf die ihr zugrunde liegende Architektur. Die materielle Komponente sprachlicher Ausdrücke, ihre Form also, wird zugunsten der begrifflichen Konzepte und ihrer Verwendung in den Vordergrund gerückt. Interpretation ist nur noch auf formaler Ebene möglich: Ist das Gleichschalten von Inhalten durch das Ersetzen ihrer bedeutungstragenden Komponenten mit scheinbar bedeutungslosen Zeichen ein demokratischer oder doch ein totalitärer Prozess?
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Michael Kargl, semantics, 2009/2010
Ralo Mayer
"Übersetzung und Verrat" (screen test "The Ninth Biospherian" / Geller's trance #1)
In Zusammenarbeit mit Oliver Gemballa; Schauspieler: Christoph Gawenda
2-Kanal Video mit Glasscheibe, 15min, 2010


Ralo Mayer analysiert in seiner Recherche-Serie HOW TO DO THINGS WITH WORLDS (2006-laufend) Miniaturwelten, Weltmodelle und deren Auswirkungen auf Handlungsformen und kulturelle Praktiken. Als Ausgangspunkt hierfür dient ihm das Projekt Biosphere 2, ein in den frühen 1990er Jahren in Arizona installiertes, abgeschlossenes Ökosystem, in dem acht WissenschafterInnen zwei Jahre lang lebten und forschten. Mayer nähert sich diesem Projekt als Übersetzer des imaginären historischen Science-Fiction-Romans The Ninth Biosperian von Roni Layerson an. Erst durch die Übertragung des Buches in unterschiedliche Fassungen und mediale Formate und durch die Interpretationsleistungen des Übersetzers nimmt es Gestalt an. Mittels Filmscripts, Performances, Comics, Miniaturen von Science-Fiction-Romanen und räumlichen Szenerien entwickelt der Künstler narrative Strukturen und untersucht sowohl anhand von fiktiven als auch von dokumentarischen Materialien unterschiedliche Modellwelten. Mayer bezeichnet sein künstlerisches Handlungsfeld als „performative Recherche“.
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Ralo Mayer, Übersetzung und Verrat, 2010
Barbara Musil und Karo Szmit
Umsätze im Detail (2007)
Kontoauszüge (Ausdrucke), ca. 300 Stk.


beruhigung: es geht eh um nix, ich+Computer: viel zu langsam, gut: geldnot zwingt zu fleiss: persönliche Belanglosigkeiten paaren sich mit intimen Bekenntnissen, der Freudentaumel über ein positives Erlebnis gesellt sich zum Unmut über Geldnöte. Für die Installation Umsätze im Detail (2007) verwendeten Barbara Musil und Karo Szmit ein besonderes digitales Netzwerk, um miteinander über mehrere Monate hinweg zu kommunizieren. Nicht auf Twitter, auch nicht auf Facebook oder einer der sonstigen als sozial definierten Plattformen fand ihre Kommunikation statt, sondern auf den Bankkontos der beiden Künstlerinnen. Gegenseitige Bagatellüberweisungen dienten ihnen dazu, das Feld „Verwendungszweck“ für ihre Botschaften zu strapazieren und ihre Kommunikation einem Netzwerk anzuvertrauen, das für seine Diskretion bekannt ist. Durch bewusste Missinterpretation greifen Musil und Szmit den vermeintlich demokratischen Esprit eines Web 2.0 auf und führen ihn ad absurdum – Zweckentfremdung des Verwendungszwecks.
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Barbara Musil und Karo Szmit, Umsätze im Detail, 2007
Lisa Rastl
Zen for Doing (2009)
Video, 8,5 min


Zen for Doing (2009) ist ein 8,5-minütiges Dokumentationsvideo, das Lisa Rastl bei ihrer Arbeit als kommerzielle Fotografin für die in Wien im Frühjahr 2009 gezeigte Ausstellung Nam June Paik. Music for all Senses im Museum Moderner Kunst Wien (MUMOK) zeigt. Ihre schematische Arbeit besteht darin, dokumentarische Bilder einer von Nam June Paiks frühen Performances mit dem Titel Zen for Head (1963) zu reproduzieren: Farbabgleich, Lichteinstellung, Grauskala und weiße Handschuhe. Der Arbeitsfluss der Fotografin und die Reproduktionsschleife, in die sie unweigerlich eingebettet ist, werden lediglich durch das Klicken und Aufblitzen unterbrochen, wenn sich die Blende der Kamera öffnet und kurz darauf wieder schließt. Genau in diesem beiläufigen und bezugslosen Moment entsteht ein neues Kunstwerk, Dargestelltes und Darstellung scheinen in einer nichtkausalen Beziehung auf und das Medium der Fotografie öffnet sich „by doing“ – in einem performativen Akt – der Interpretation durch seine BetrachterInnen.
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Lisa Rastl, Zen for Doing, 2009 (Videostill)
Arnold Reinthaler
daily mapping (2008-laufend)
Acrylfarbe auf Buchhaltungspapier (Journal), 6 Stk. à 93 x 30cm


Unterteilt Arnold Reinthaler in zahlreichen seiner Arbeiten die Zeit in ihre im-materiellen Bestandteile und reflektiert dabei das Künstlersubjekt – sich selbst – im Gefüge aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, so rekapituliert er im selben Moment seine Erkenntnisse in Form kontinuierlicher Aufzeichnungen. Bei daily mapping (2008-laufend), das als mehrjähriges Projekt angelegt ist, visualisiert der Künstler alltägliche Handlungen wie etwa Schlafen, Essen, Ausstellungsbesuche oder das Treffen mit Freunden und fasst diese einzelnen Lebenssequenzen in Kategorien und Zyklen wie Körperpflege, soziale Kommunikation (Face-to-face-Kommunikation und Teletechniken) oder Kulturrezeption zusammen. Transkribiert werden die akribischen Aufzeichnungen in unterschiedlich grauen monochromen Flächen auf Buchhaltungspapier. Ziel des Künstlers ist es, sich irgendwann einmal durch die Interpretation der gesammelten Daten nach vorne erinnern zu können und vielleicht auf diese Weise gänzlich nach einem ästhetischen Bild zu leben.
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Arnold Reinthaler, daily mapping, 2008-laufend
Johanna Tinzl und Stefan Flunger
Countdown (2008/2010)
Druckkammerlautsprecher, CD-Player, Verstärker, Kabel


Sechzig Schläge pro Minute, Sekunde für Sekunde, tickt ein Metronom in einer Endlosschleife und wird von zwei Trichterlautsprechern aus Blech in den öffentlichen Raum getragen. Sanft und beharrlich durchzieht das Ticken den Kleinen Hofgarten in Innsbruck. Die Zeit verstreicht, bis plötzlich der monotone Rhythmus der Soundinstallation Countdown (2008/2010) harsch unterbrochen wird: Nine, eight, seven, six, five... In einer von Johanna Tinzl und Stefan Flunger zeitlich definierten Choreografie werden die Zahlen 9 bis 0 rückwärts eingezählt: in unterschiedlichen Sprachen wird ein Ereignis angekündigt, das schließlich aus 10 Sekunden Stille besteht. Danach beginnt der Prozess wieder von vorne, bei jedem Durchgang in einer anderen Sprache. Mit Countdown wecken die KünstlerInnen Assoziationen und emotionale Reaktionen, ohne jedoch dabei Erwartungshaltungen zu erfüllen. Sie gewährleisten so das Höchstmaß an Offenheit in der Interpretation des nicht Dargestellten.

SprecherInnen: Miriam Bajtala, Cäcilia Brown, Christian Eisenberger, Helmut Heiss, Elvedin Klačar, Kristina Marberger, Maru¨a Sagadin, Adrien Tirtiaux, Elif Yalçıntepe


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Johanna Tinzl und Stefan Flunger, Countdown, 2008/2010
KünstlerInnen Biografien

Maria Anwander, geb. 1980 in Bregenz, lebt und arbeitet in Wien | Studium an der Universität Wien (Theater-, Film- und Medienwissenschaft) sowie an der Akademie der bildenden Künste Wien (Performative Bildhauerei) | Ausstellungen (Auswahl): My Most Favourite Art (Bilboa Arte Fundazioa, Bilbao 2009), unORTnung V - Ankerbrotfabrik (Wien 2009), Neue Mitglieder (Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis, Bregenz 2009), Am Sprung (OK - Centrum für Gegenwartskunst, Linz 2008), Kapital - Körper - Konventionen (Forum Schloss Wolkersdorf, Wolkersdorf 2008)

Anna Artaker, geb. 1976 in Wien, lebt und arbeitet in Wien | Studium an den Universitäten Wien und Paris 8 (Philosophie, Politikwissenschaft) sowie an der Akademie der bildenden Künste Wien (Konzeptuelle Kunst) | Ausstellungen (Auswahl): 48 Köpfe aus dem Merkurov Museum (Salzburger Kunstverein, Salzburg 2009), Modernologies (MACBA - Museu d’Art Contemporani de Barcelona, Barcelona 2009), Fortsetzung Folgt. (Kunstraum Niederösterreich, Wien 2009), Am Sprung (OK - Centrum für Gegenwartskunst, Linz 2008), Urban Signs - Local Strategies (Fluc am Praterstern, Wien 2008)

Ruben Aubrecht, geb. 1980 in Bregenz, lebt und arbeitet in Wien | Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien (Computer- und Videokunst) | Ausstellungen (Auswahl): Ruben Aubrecht (Video, Fotografie)... (Traklhaus Salzburg, Künstlerhaus Bregenz, Palais Thurn & Taxis, Bregenz 2010), Portrait (Palais Thurn & Taxis, Bregenz 2009), Visions in the Nunnery (The Nunnery Gallery, London 2009), Neue Mitglieder (Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis, Bregenz 2009), Am Sprung (OK - Centrum für Gegenwartskunst, Linz 2008)

Michael Kargl (aka carlos katastrofsky), geb. 1975 in Hall, lebt und arbeitet in Wien | Studium an der Universität Mozarteum Salzburg (Bildhauerei) | Ausstellungen (Auswahl): On Gaps and Silent Documents (Steuk, Leuven 2010), Interzone/Economy (Galerija Galzenica, Velika Gorica 2009), anti-bodies (Art & Social Technologies Research, Plymouth 2009), Im Prinzip, zeitbasiert (Fluc am Praterstern, Wien 2009), Paraflows - Utopia (MAK-Gegenwartskunstdepot, Wien 2008), Bild-Macht-Wissen (Galerie 5020, Salzburg 2008), You own me now until you forget about me. (Mala Galerija/Moderna Galerija, Ljubljana 2008), lastwishes (LX 2.0 - Lisboa arte contemporânea, Lissabon 2007)

Ralo Mayer, geb. 1976 in Eisenstadt, lebt und arbeitet in Wien | Studium an der Universität Wien (Vergleichenden Literaturwissenschaft, Linguistik) sowie an der Akademie der bildenden Künste Wien (Konzeptuelle Kunst) | Ausstellungen (Auswahl): Postalternativ (Kunstraum Niederösterreich, Wien 2009), Kommentar als selber was (Kunsthalle Exnergasse, Wien 2009), Preparatory Ways (Transmission Gallery, Glasgow 2009), Das Muster der Schatten des Spaceframe... (Secession, Wien 2008), Ein Blick durch Millionen Tropfen... (Kunstpavillon, Innsbruck 2008)

Barbara Musil, geb. 1972 in Salzburg, lebt und arbeitet in Wien und Linz | Studium an der Universität Graz (Humanmedizin) sowie an der Kunstuniversität Linz (Experimentelle Gestaltung) | Ausstellungen (Auswahl): Politik der Umverteilung (Bregenzer Kunstverein, Bregenz 2009 und Open Space, Wien 2009), Postalternativ (Kunstraum Niederösterreich, Wien 2009), One Night Stand (OÖ Landesmuseum, Linz 2009), Transmediale (Berlin 2009), Austria Contemporary (Sammlung Essl, Klosterneuburg 2008), Filmfestival Crossing Europe (Linz 2008)

Karo Szmit, geb. 1978 in Warschau, lebt und arbeitet in Wien | Studium an der Kunstuniversität Linz (Experimentelle Gestaltung) | Ausstellungen (Auswahl): Export Import Linz Türkei (Lentos Kunstmuseum, Linz 2009), Wolkendiagramm (Internationales Atelierhaus Salzamt, Linz 2009), My Dear Paranoia (Vaal Gallery, Tallinn 2009), Ich habe nicht genug, ihr matten Augen (Universal Cube, Leipzig 2008), Leben im Strafraum (Kunstmuseum Lentos, Linz 2008)

Lisa Rastl, geb. 1974 in Mödling, lebt und arbeitet in Wien | Studium an der Schule für künstlerische Fotografie Wien (Friedl Kubelka) sowie an der Akademie der bildenden Künste Wien (Textuelle Bildhauerei) | Ausstellungen (Auswahl): Jan Olle Gulin Stipendium (Villa Arson, Nizza 2010), KunstKunst (Galerie 5020, Salzburg, 2009), Zugriff! (Künstlerhaus Dortmund, Dortmund 2009), Empfindungen oder in der Nähe der Fehler liegen die Wirkungen (Augarten Contemporary, Wien 2009), work in progress (Groeninge Museum, Brügge 2008), BKA Auslandstipendium für Fotografie (Paris 2005)

Arnold Reinthaler, geb. 1971 in Wels, lebt und arbeitet in Wien | Studium an der Kunstuniversität Linz (Bildhauerei und Kulturwissenschaften) und der Akademie der bildenden Künste Wien (Bildhauerei) | Ausstellungen (Auswahl): tweakfest – dock 18 (Alten Börse, Zürich 2009), dinnershow – dock 18 (Rote Fabrik, Wien/Zürich 2009), Lachhaft. Über das Komische in allen Lebenslagen (Oberösterreichische Kulturvermerke, Gmunden 2009), Die Zeit und ihre Pulsschläge (Internationale Akademie, Traunkirchen 2009), Traverse Video Festival (Toulouse 2008)

Johanna Tinzl, geb. 1976 in Innsbruck, lebt und arbeitet in Wien | Studium an der Universität Mozarteum Salzburg (Bildhauerei) sowie an der Universität für angewandte Kunst Wien (Transmediale Kunst) | Ausstellungen (Auswahl): Personae (Atelier Operngasse, Wien 2009), Living Spaces - Living Forms (Galerie 5020, Salzburg, 2009), unORTnung V - Ankerbrotfabrik (Wien 2009), Austria Contemporary (Sammlung Essl, Klosterneuburg 2008), Artists on Tour (Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste, Wien 2008), unORTnung IV - Copa Cagrana (Wien 2008)

Stefan Flunger, geb. 1969 in Zams, lebt und arbeitet in Wien | Studium an der Universität Innsbruck (Kunstgeschichte) | Ausstellungen (Auswahl): Personae (Atelier Operngasse, Wien 2009), Living Spaces - Living Forms (Galerie 5020, Salzburg, 2009), unORTnung V - Ankerbrotfabrik (Wien 2009), Austria Contemporary (Sammlung Essl, Klosterneuburg 2008), Artists on Tour (Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste, Wien 2008), unORTnung IV - Copa Cagrana (Wien 2008)