monolithen und idioten

PAYER, GABRIEL

In der Ausstellung monolithen und idioten werden Säulen exemplarisch und begrifflich gedehnt zum Ausgangspunkt eines Nachdenkens über Komplexität und ihre ästhetische Darstellbarkeit.
Wiederholung und Serialität sind die zentralen Elemente jedes komplexen Geschehens. Die Verwicklungen aus Einzelfällen und Mustern, Doppelgängern und Spiegelungen sind Anreiz für formale wie inhaltliche Auseinandersetzungen.
A4 Zeichnungen aus der Serie Apologie des Zufälligen werden modulartig, lückenhaft angeordnet und perspektivisch zerteilt zu Fragmenten von Säulen.
Interessant sind Säulen nicht allein wegen ihrer architektonischen Funktion, vielmehr bilden sie ein Raumschema und eröffnen eine Vielzahl an referenziellen Systemen, indem sie auf vielerlei Weise mit Bedeutung aufgeladen sind. Totempfähle und Antennen, Obelisken und Pestsäulen sind Anrufungsobjekte und Projektionsflächen, die dem Himmel und im weiteren dem Kosmos zugewandt sind. Monolithen und Idioten wiederum sind abgewandte Säulen, die für sich stehen; philosophisch gesprochen widersetzt sich der widerständige Idiot dem Kommunikations- und Konformitätszwang einer Gesellschaft. Säulen wie Bohrkerne hingegen stammen aus der Tiefe, gewähren einen Blick in die Vergangenheit und verweisen auf die Gerichtetheit der Zeit. Sie zeigen uns unseren Platz an der Oberfläche, die eine Durchgangsphase ist. (PAYER GABRIEL 2018)

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